Schwarzmeergrundeln in der Schweiz

Seit einigen Jahren breiten sich Grundeln aus dem Schwarzmeergebiet über europäische Schifffahrtswege aus. 2012 haben wir erstmals die Schwarzmaulgrundel in Basel nachgewiesen, auch die Kesslergrundel hat die Schweiz kurz zuvor erreicht. Beide bodenlebenden Fischarten sind für ihre rasante Vermehrung bekannt.

Unser Interesse gilt:

  • der Biologie der Schwarzmeergrundeln in hiesigen Gewässern (Lebensräume, Nahrungsnetz, Fortpflanzungsverhalten)
  • der Populationsgenetik und den Ausbreitungsmechanismen
  • den ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Invasion
  • den Managementoptionen in der Schweiz

Um diese komplexen Fragen zu bearbeiten, vereint das Grundelteam Kompetenzen aus unterschiedlichen Naturwissenschaften mit wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Herangehensweisen.

Wir sind immer auf der Suche nach engagierten neuen Teammitgliedern.
Offene Stellen

Schlussbericht Grundelprojekt 2012-2016

Nicht-heimische Grundelarten in der Schweiz - Massnahmen zur Eindämmung und zur Schadensminimierung
Schlussbericht 2012-2016

Projekt unterstützt durch BAFU, Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau, Solothurn, Zürich und FoNEW.


Laufende Projekte

Grundelsperre

Wir untersuchen, ob eine selektive Grundelsperre eine Massnahme zur Verhinderung der Weiterverbreitung sein könnte. Unser Ziel ist es, Daten zur Schwimmfähigkeit von bodenlebenden Fischarten zu erheben. Diese Daten könnten die Grundlage für die Konstruktion einer selektiven Barriere sein. Eingebaut in z.B. Fischtreppen an Querbauwerken könnten solche Barrieren die aktive Ausbreitung von Grundeln flussaufwärts verhindern.

Aquaristik

Ziel des Teilprojekts Aquaristik ist es, herauszufinden, ob die Aquaristik ein relevanter Vektor zur Weiterverbreitung der Grundeln im Rheineinzugsgebiet, speziell in der Schweiz, darstellt. Dafür werden folgende Fragen bearbeitet: Werden Grundeln in Aquarien oder Gartenteichen gehalten und gehandelt bzw. weitergegeben? Werden Grundeln freigelassen bzw. besteht Grund zur Annahme, dass sie freigelassen werden? Werden Grundeln zwischen Angler(innen) und Aquarianer(innen) ausgetauscht und ergibt sich auf diese Weise ein zusätzlicher ‘Loop’, z.B. für Zwischenhälterung von Köderfischen, oder für Verwertung von lebend gefangenen Grundeln? Über die Beantwortung der Forschungsfragen hinaus sollen mit diesem Teilprojekt wissenschaftliche Hintergrund-Informationen für die Entwicklung von Massnahmenempfehlung zur Verfügung gestellt werden können.

Passive Ausbreitung durch die Verschleppung mit Freizeitbooten

Vieles deutet darauf hin, dass Grundeln durch Anheftung von Gelegen an Freizeitbooten passiv verschleppt werden können. Dieser Möglichkeit gehen wir mittels Untersuchungen von Booten in verschiedenen Rheinhäfen und bei Bootsreinigungen, sowie mittels Verhaltensbeobachtungen von Grundeln in Marinas nach. Ausserdem ermitteln wir die Widerstandsfähigkeit von Grundeleiern gegenüber Strömung, Austrocknung und der Behandlung mit Reinigungsmitteln. Diese Forschung soll es ermöglichen, Verhaltensempfehlungen an Bootsbesitzer/-innen (Mitmach-Projekt) zu geben und damit die Möglichkeit der Verschleppung invasiver Grundeln auf diesem Weg so gering wie möglich zu halten.

Monitoring im Hafen Kleinhüningen

Seit 2012 führen wir ein regelmässiges, intensives Populationsmonitoring der Grundeln mit Reusen im Rheinhafen Kleinhüningen durch. Seit der Ankunft der Grundeln im Rhein bei Basel findet das Monitoring mit reduziertem Aufwand (ein mal jährlich), jedoch wie gehabt systematisch und strukturiert statt, um die lokale Bestandsentwicklung der Grundeln weiter zu verfolgen.

Mageninhaltsanalysen

Wir entwickeln DNA-basierte Tests zum Nachweis von Laich- und Larvenfrass heimischer Arten. Grundeln breiten sich vom Rhein her in Laichgewässer wie die Wiese aus. Ob sie dort Eier und Larven fressen, ist unklar, denn diese werden schnell bis zur Unkenntlichkeit verdaut. Mit Hilfe der neuentwickelten Tests werden wir 2018 untersuchen, ob sich Grundeln von Eiern oder Larven von Nasen und Barben ernähren.


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