Mikroplastik in der aquatischen Umwelt

"Mikroplastik" – also kleine Plastikpartikel in der Umwelt (< 5 mm), finden sich heute in fast allen Flüssen, Seen und Meeren. Sie sind entweder ein Zwischenprodukt bei der Kunststoffherstellung, werden als Granulat in Reinigungs- und Körperpflegeprodukten eingesetzt, oder entstehen bei der Zersetzung von grösseren Plastikteilen in der Umwelt.
Ich untersuchen die Herkunft und Verbreitung von Mikroplastik im Rhein.

Jährlich werden global über 300 Millionen Tonnen Plastik hergestellt (1950 waren es ca. 1.5 Mio. Tonnen). Aus verschiedenen Gründen landet Plastik mitunter in der Umwelt wo es nach heutigen Schätzungen bis zu mehreren hundert Jahren bis zum kompletten Abbau benötigt. Da die Produktion von Kunststoff laufend steigt und die Abbaurate sehr langsam ist, führt dies zu einer Akkumulation von Plastik in der Umwelt. Neben dem gesellschaftlichen Konsens, dass wir unsere Umwelt nicht unnötig mit anthropogenem Müll belasten möchten, können kleine Plastikpartikel in Gewässern von filtrierenden Organismen aufgenommen werden.

Einzelne Laborstudien haben negative Effekte im Tier nach der Aufnahme dokumentiert. So zeigt eine Studie von Forscherinnen der Universität Basel, das Auftreten von zellulären Entzündungsreaktion in Folge der Aufnahme von Mikroplastik bei der Miesmuschel Mytilus Edulis L..1

Aktuell forsche ich in verschiedenen Kompartimenten des Rheins, zwischen Hoch- und Niederrhein (CH – DE/NL), an der Verbreitung von Mikroplastik im Gewässer. Das Ziel ist eine vertiefte Datengrundlage zum Ausmass der Belastung in diesem europäisch relevanten Fluss.

 

1 von Moos, Nadia, Patricia Burkhardt-Holm, and Angela Köhler. 2012. “Uptake and Effects of Microplastics on Cells and Tissue of the Blue Mussel Mytilus Edulis L. after an Experimental Exposure.” Environmental Science & Technology46 (20): 11327–35.

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Thomas Mani

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